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WM-Medaille könnte Loch versöhnen: «Nicht verrückt machen»

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Winterberg – Rodler Felix Loch ist über das Wochenende noch einmal zu Hause in Bayern gewesen. Kraft tanken bei der Familie und den Kopf frei bekommen, bevor es ernst wird. Der Druck, der auf dem zweimaligen Einzel-Olympiasieger lastet, ist enorm.

Loch reist ohne einen Weltcup-Sieg in dieser Saison zur Rodel-WM, die an diesem Freitag in Winterberg im Hochsauerland beginnt. «Wenn man jahrelang meist ganz oben auf dem Podest steht, dann ist klar, dass das die Leute immer von einem erwarten», sagte der 29-Jährige. «Aber man darf sich nicht verrückt machen lassen.»

Als beste Saisonergebnisse stehen ein zweiter und ein dritter Platz zu Buche. Im Gesamt-Weltcup, den Loch seit 2011 sechs Mal gewann, ist er Dritter. Das sind freilich nicht die Resultate, die einen Spitzenfahrer wie ihn zufrieden stellen. Abschreiben sollte man den Berchtesgadener jedoch nicht. Er weiß genau, wie er sich auf den Punkt vorbereitet: «Wichtig ist, die Ruhe zu bewahren und auf sich zu vertrauen. Es kann ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen.» Ein Sieg bei der Heim-WM würde für die bisher durchwachsene Saison sicher ein wenig entschädigen: «Winterberg ist meine vierte WM in Deutschland. Ich habe dann alle Bahnen durch. Eine Medaille wäre schön.»

Mit wenigen Worten lassen sich die Gründe für die bisher unbefriedigende Saison nicht erklären. Bei der hohen Leistungsdichte seien eben Kleinigkeiten entscheidend, erklärt Loch. «Es ist schwerer geworden, ein Männer-Rennen zu gewinnen.» Oft passte die Schlittenabstimmung nicht. Oder es gab Rennen wie in Calgary, wo er zwar Bestzeit im zweiten Lauf fuhr, sich aber mit Fehlern im ersten bereits um die Siegchance gebracht hatte.

Seinen bis dato letzten Weltcup-Sieg feierte Loch am 14. Januar 2018 in Oberhof. Auch davor durchlebte er eine schwierige Zeit. Bei der WM vor zwei Jahren in Igls blieb er erstmals seit 2007 ohne Medaille. Schnell kommen auch Erinnerungen an das Olympia-Debakel von Pyeongchang hoch. Als Führender verpasste er sein drittes Einzel-Gold im entscheidenden Lauf durch einen Fahrfehler. Das sei aber komplett abgehakt, versichert der Berchtesgadener. «Ich habe gesehen, dass ich noch genauso mitfahren kann.»

Aus deutscher Sicht ist der Olympia-Dritte Johannes Ludwig bislang als Gesamtweltcup-Führender der überzeugendere Rodler. Zweiter ist WM-Titelverteidiger Wolfgang Kindl aus Österreich. Das Duo hat Loch im Kampf um Gold ebenso auf der Rechnung wie die beiden anderen Österreicher Reinhard Egger und Olympiasieger David Gleirscher sowie die Russen Roman Repilow und Semen Pawlischenko.

Im Sprint-Rennen am Freitag (15.30 Uhr/Eurosport 2) und bei den Einsitzern am Sonntag (11.05 Uhr/ZDF und Eurosport 2) könnte Loch seinen Medaillensatz erweitern. Als Favorit kann der 29-Jährige aufgrund der Vorleistungen indes nicht gelten. Für das Rodeln sei diese Konkurrenzsituation kein Nachteil, wie der einstige Dominator selbst meint: «Es ist doch das Beste, was unserem Sport passieren kann, wenn nicht immer der Gleiche gewinnt.» 

Fotocredits: Hans Pennink
(dpa)

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