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Von Krisen und Zukunft der deutschen Tennis-Damen

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Stuttgart – Nach dem 3:2 in der Relegation gegen die Ukraine gehört das Fed-Cup-Team um Angelique Kerber weiter zur Weltgruppe der besten acht Nationen. Doch trotzdem läuft es im deutschen Damen-Tennis nicht richtig rund. Eine Bestandsaufnahme.

DAS HEIM-TURNIER IN STUTTGART: Nur für Titelverteidigerin Angelique Kerber und Laura Siegemund geht es nach dem Fed Cup direkt mit dem wichtigsten deutschen Damen-Turnier in Stuttgart weiter. Allein Kerber hatte ihren Platz im Hauptfeld sicher. Vorjahresfinalistin Siegemund und Fed-Cup-Matchwinnerin Julia Görges qualifizierten sich nicht über die Rangliste. Siegemund erhielt eine Wildcard, Görges ging als Siegerin von 2011 leer aus. Die Wildcard-Vergabe rief Kritik hervor, auch weil Dopingsünderin Maria Scharapowa eine abbekam.

DIE FORM DER NUMMER EINS: Kerber wehrt Kritik an ihrer Form ab und sah die Fed-Cup-Woche als Schritt nach vorn. «Sie hat einfach im Moment noch nicht so die Sicherheit», sagte Teamchefin Barbara Rittner. «Da fehlt so ein bisschen diese Ruhe und Zuversicht.» Auf einen Turniersieg 2017 wartet Kerber noch. An diesem Montag gibt sie den Spitzenplatz an die schwangere Serena Williams ab, obwohl die Amerikanerin seit den Australian Open nicht mehr angetreten ist.

IHRE TEAMKOLLEGINNEN: Görges spielt laut Rittner eine «hervorragende Saison» und stieg im Fed Cup nervenstark zur Matchwinnerin auf. Das Potenzial der einstigen Nummer 15 der Welt ist größer als es ihr Weltranglistenplatz 46 ausdrückt. Siegemund hat einen schwierigen Saisonstart hinter sich. Wie erfolgreich sie auf Sand auftreten kann, könnte sich in Stuttgart zeigen. Und Andrea Petkovic oder Sabine Lisicki? Petkovic kämpft mit sich selbst, wurde für den Fed Cup nicht berücksichtigt. Aus den Top 70 ist sie rausgerutscht. Lisicki hat nach einer Schulterverletzung 2017 noch kein Match bestritten. «Im Moment weiß ich noch nicht, wo ich wieder einsteigen werde», erklärte die frühere Wimbledon-Finalistin vor wenigen Tagen.

DIE ZUKUNFT IM FED CUP: Am 20. September erfahren Rittner und ihre Spielerinnen, gegen wen die nächste Fed-Cup-Saison beginnt. Das Team sehnt sich nach dem ersten Finale seit 2014 und dem Titel. Im August wird über Reformen im Mannschaftswettbewerb entschieden. Möglich ist, dass die Weltgruppe von acht auf 16 Nationen aufgestockt wird, was Rittner seit langem begrüßt. Für die Spielerinnen würde das bis zu vier Partien pro Jahr bedeuten. «Ich glaube, dass das vorteilhaft für uns ist, weil wir auch in der Breite aufgestellt sind», so Rittner.

Fotocredits: Daniel Maurer
(dpa)

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