Wintersport

Traumwinter für Lölling: Erst EM-Sieg, nun WM-Gold

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Königssee – Jacqueline Lölling hat erneut Geschichte geschrieben und sich zur jüngsten Skeleton-Weltmeisterin in der 16-jährigen Historie gekrönt.

Einen Wettkampf mit allen Facetten gewann die Europameisterin in Königssee nach nur drei Läufen mit 0,25 Sekunden Vorsprung vor der entthronten Titelträgerin Tina Hermann. Dritte wurde die britische Olympiasiegerin Lizzy Yarnold (+ 0,73 Sekunden). Anna Fernstädt aus Berchtesgaden kam bei ihrem WM-Debüt sensationell auf Rang vier (+ 1,04 Sekunden).

«Das war heute genau mein Kaiserwetter. So macht es einfach Spaß zu fahren, ich bin überglücklich. Eine Medaille war mein Ziel. Dass es zu Gold reicht, hätte ich nicht erwartet», sagte die für die RSG Hochsauerland startende Lölling, die schon 2012 im Alter von 16 Jahren als erste Jugend-Olympiasiegerin in ihrer Disziplin Sport-Geschichte schrieb.

Danach folgte ein kometenhafter Aufstieg. Ohne Weltcuprennen nahm sie 2015 bei der WM auf ihrer Heimbahn in Winterberg als Junioren-Weltmeisterin teil und raste trotz bis auf Platz zwei vor. Im vergangenen Winter erarbeitete sich die Bundespolizistin nach und nach jede Bahn im Weltcup und landete im Gesamtklassement erstmals als Zweite auf dem Podium. Ihre Starts sind zwar immer noch nicht weltklassereif, aber daran arbeitet sie mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang. «Sie hat athletisch deutlich zugelegt, doch noch bringt sie diese Fortschritte nicht optimal aufs Eis», betonte Cheftrainer Jens Müller.

In diesem Winter kann sie nun alles abräumen. Nach dem EM-Titel in Winterberg Mitte Januar schnappte sich die gebürtige Weidenauerin ihren ersten WM-Titel. Mitte März steht sie als Weltcup-Gesamtführende vor dem erstmaligen Gewinn der Kristallkugel.

Am Freitagabend musste sie kurz um ihren WM-Titel bangen: Nach Bestzeit im ersten Lauf spielte der Wettergott nicht mit, und der einsetzende Schneeregen machte allen Favoritinnen einen Strich durch die Rechnung. So fiel Lölling auf Rang drei zurück. Hermann wurde sogar von Platz zwei auf Rang 15 durchgereicht und hatte eineinhalb Sekunden Rückstand.

Dann reagierte die Jury des Weltverbandes IBSF endlich und brach das Rennen ab. Der Lauf wurde annulliert. «Der Schnee bremste brutal. Wir sind zwar eine Outdoorsportart, aber bei so unfairen Bedingungen muss einfach abgebrochen werden», sagte Hermann.

Am Samstag zeigte sie im Eiskanal ihre Klasse und sicherte sich Silber, obwohl sie in dieser Saison verletzungsbedingt nicht so viel trainieren konnte. «Es war wirklich ein schwieriger Sommer für mich. Ich bin froh, dass ich so durch die Saison durchgekommen bin. Es war klar, dass es schwer wird, Jaqueline zu schlagen», sagte Hermann im ZDF.

Fotocredits: Peter Kneffel
(dpa)

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