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Trainer Schuster «froh» – FCA-Sieg teuer erkauft

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Augsburg – Dirk Schuster war froh, als das schwierige erste Wiedersehen mit der von ihm verlassenen «großen Liebe» Darmstadt erfolgreich überstanden war.

Vor und während des 1:0 (0:0) mit dem FC Augsburg gegen Darmstadt 98 war der 48 Jahre alte Trainer bemüht gewesen, alle Gefühle auszublenden, was er nach eigener Einschätzung auch «gut hingekriegt» habe. «Mein Seelenleben war absolut okay», berichtete Schuster, bevor er «froh gelaunt» das Stadion verlassen konnte, wie sein Darmstädter Nachfolger Norbert Meier beobachtete.

Die 90 Minuten dürften Schuster darin bestärkt haben, dass sein von Misstönen begleitete Abschied aus Darmstadt im Sommer die richtige Entscheidung gewesen war. In Augsburg sind die Möglichkeiten einfach besser, auch wenn viel mehr als der Klassenverbleib unwahrscheinlich erscheint. «Ich bin sehr froh und glücklich, dieses Spiel gewonnen zu haben», gestand Schuster. Er sprach von «riesiger Erleichterung».

Erst einige Zeit nach dem Schlusspfiff erlaubte er sich etwas Nähe zu seinen ehemaligen Spielern. Marcel Heller etwa legte er noch auf dem Rasen in alter Vertrautheit den Arm über die Schulter. «In den 90 Minuten ruhen jegliche persönliche Bande», begründete Schuster.

Das erste Mal war für ihn nicht einfach, aber auch für seine neue Mannschaft nicht. Erst in Überzahl nach der Gelb-Roten Karte für den Darmstädter Leon Guwara in der Nachspielzeit der ersten Hälfte konnten die Augsburger wenigstens eine ihrer zahlreichen Torchancen durch Torjäger Alfred Finnbogason zum Siegtreffer verwerten (46.).

«Ich kann auch drei Tore machen, wenn ich einen guten Tag habe», sagte der Isländer erleichtert nach seinem ersten Saisontor. «Heute war das 1:0 genug», resümierte Finnbogason. Der Erfolg beendete die Diskussionen über einen Heimfluch des FC Augsburg. «Sieben Punkte nach fünf Spielen sind durchschnittlich bis gut», urteilte Schuster.

Der verdiente Erfolg war allerdings «teuer erkauft», wie FCA-Manager Stefan Reuter anmerkte. Nach Caiuby (Knorpelschaden im Knie) und Dominik Kohr (tiefe Fleischwunde am Unterschenkel) verletzte sich als dritter Augsburger Leistungsträger Raúl Bobadilla bei einem Foul von Peter Niemeyer schwer. Der Angreifer erlitt nach der ersten Diagnose eine Schultereckgelenkssprengung. «Er wird uns im Offensivspiel sehr fehlen», meinte Schuster. Drei Langzeitverletzte sind ein Problem.

«Das ist bitter, aber die Jungs werden zurückkommen», sagte Reuter. Der Manager beklagte die Häufigkeit der «teilweise brutalen Fouls» zu Saisonbeginn. «Er kam deutlich zu spät und räumt Bobadilla weg», sagte Reuter über die folgenschwere Grätsche des erfahrenen Niemeyer.

Entscheidend für den Ausgang des Spiels war aus Sicht von Darmstadts Trainer Norbert Meier aber der Platzverweis des erst 20 Jahre alten Guwara. Bis dahin war das Spiel aus seiner Sicht «relativ pari». In kürzester Zeit holte sich der Außenverteidiger zwei Gelbe Karten ab. «Er ist ein junger Mann und muss daraus lernen – schnell lernen», erklärte Meier wie ein strenger Vater. Drei Auswärtsspiele, drei Niederlagen, 0:9 Tore – Darmstadt muss auf die Heimstärke hoffen.

Fotocredits: Stefan Puchner
(dpa)

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