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Nächster Meilenstein für Tennis-Star Federer

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Rotterdam – Als Roger Federer Anfang 2017 nach einem halben Jahr Verletzungspause auf die Tennis-Tour zurückkehrte, da spielte der erste Platz in der Weltrangliste nicht die geringste Rolle für den Schweizer.

Wieder vollkommen fit werden, Spaß am Tennis haben und vielleicht noch den einen oder anderen Titel gewinnen – darum ging es ihn. Doch seitdem reist Federer auf einer außergewöhnlichen Welle des Erfolgs durch die Welt, die ihn nun beim eigentlich recht unbedeutenden ATP-Turnier in Rotterdam wieder auf jenen Platz zurück spülte, den er 14 Jahre zuvor zum ersten Mal erklommen hatte. Und das dieses Mal sogar als älteste Nummer eins in der Geschichte des Profitennis.

«Es ist unglaublich speziell und ich bin so glücklich», sagte der 36-Jährige in einem Video-Interview der ATP nach seinem Dreisatzsieg gegen den Niederländer Robin Haase am Freitagabend, durch den er am Montag erstmals seit fünf Jahren und 106 Tagen wieder ganz oben im Ranking stehen wird.

Den Rekord feierte der Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger stilsicher mit ein, zwei Gläsern Champagner. «Ich werde den Moment genießen. Ich hatte schon ein Glas Moët & Chandon und ich werde später noch eins haben», sagte Federer nach dem nächsten Meilenstein seiner unvergleichlichen Laufbahn. Am Samstag war der Eidgenosse dann aber wieder voll fokussiert, marschierte durch ein 6:3, 7:6 (7:3) gegen den Italiener Andreas Seppi ins Finale. Sein Gegner dort ist der Bulgare Grigor Dimitrow, dann könnte Federer seinen 97. ATP-Titel feiern.

Federer löste Andre Agassi als ältesten Spitzenreiter ab. Der Ehemann von Steffi Graf hatte die Bestmarke mit 33 Jahren gehalten, als er im Jahr 2003 die Liste anführte. Nun meldete sich Agassi nur wenige Minuten nach Federers Sieg gegen Haase via Twitter und gratulierte. «36 Jahre, 195 Tage – @Roger Federer ist weiter dabei, die Maßstäbe in unserem Sport zu setzen. Glückwunsch zur nächsten außergewöhnlichen Leistung», schrieb Agassi.

Federer löst aktuell den derzeit verletzten Rafael Nadal an der Spitze der Branchenwertung ab. Der Spanier ist mit 31 Jahren drittälteste Nummer eins der Welt hinter Federer und Agassi.

«Wenn man älter ist, fühlt es sich so an, als ob man doppelt so viel Arbeit investieren muss», sagte Federer. In Rotterdam wurde er nach seinem Halbfinal-Einzug mit einer kurzen Zeremonie als neue Nummer eins geehrt. Die ATP war auf den neuen, alten Branchenprimus vorbereitet. In einem Video-Clip ließ sie schnell die Konkurrenz wie Alexander Zverev gratulieren.

Auf dem Court den Spitzenplatz zu erobern, sei ein besonders schönes Gefühl, sagte Federer. Beim letzten Sprung auf Platz eins sei er als Zuschauer durch die Niederlage eines Konkurrenten ganz nach oben gekommen, erinnerte sich Federer, der bei den Australian Open vor knapp drei Wochen den 20. Grand-Slam-Titel seiner Karriere gefeiert hatte.

Einen besonderen Glückwunsch gab es auch aus Pyeongchang. Langlauf-Dominator Dario Cologna wurde nach seinem vierten Olympiasieg gefragt, ob er nun der größte Schweizer-Athlet sei. Die Antwort: «Uh, Federer ist größer als ich, Sir.»

Fotocredits: Lukas Coch
(dpa)

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