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FC Ingolstadt überrascht mit Neu-Trainer Walpurgis

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Ingolstadt – Der FC Ingolstadt präsentierte am Samstag überraschend die No-Name-Lösung Maik Walpurgis als neuen Cheftrainer und Nachfolger des nach zehn sieglosen Spielen beurlaubten Markus Kauczinski.

Der Tabellenvorletzte vertraut die Rettungsmission im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga damit einem zuletzt arbeitslosen Bundesliga-Neuling an. «Es war eine Suche unter erschwerten Bedingungen», sagte Sportdirektor Thomas Linke, der Walpurgis als Perfektionisten beschrieb. Der ehemalige Coach des Drittligisten VfL Osnabrück, der dort im August 2015 beurlaubt worden war, unterschrieb bei den Oberbayern einen Vertrag bis 2018.

Am 14. November wird der 43-Jährige seine erste Übungseinheit im neuen Job leiten, am 19. des Monats sitzt er dann im Spiel bei Darmstadt 98 erstmals im Fußball-Oberhaus auf der Bank. «Die Bundesliga ist für mich immer das große Ziel gewesen», sagte Walpurgis. Sein neuer Arbeitgeber entschied sich bei der Suche nach einem neuen Coach gegen bewährte Notretter und namhafte Kandidaten wie Jos Luhukay (zuletzt VfB Stuttgart), André Breitenreiter (früher Schalke 04), Michael Frontzeck (zuletzt Hannover 96), Murat Yakin (früher Spartak Moskau) oder den erst am Montag bei Rapid Wien entlassenen Mike Büskens.

«Wir gehen weiter unseren Weg. Wie dieser wahrgenommen wird, können wir nicht beeinflussen, doch wir halten daran fest», sagte Sportchef Linke und fügte hinzu: «Es hat noch kein Verein geschafft, mit unserem aktuellen Punktestand die Klasse zu halten. Wir wollen wieder Geschichte neu schreiben.» Walpurgis habe die Vereinsführung mit seiner klaren Spielphilosophie überzeugt. Geschäftsführer Harald Gärtner beschrieb den Fußballlehrer als «Mann mit viel Ehrgeiz und Vision».

Am vergangenen Sonntag hatte sich der Club von Kauczinski getrennt, der erst seit dem Sommer die Oberbayern betreute. Mit zwei Punkten sind die Ingolstädter Tabellenvorletzter. Zuletzt leitete Michael Henke als Interimstrainer die Übungseinheiten. Der langjährige Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld werde auch künftig als Assistent in Ingolstadt arbeiten, teilte der Club mit.

Walpurgis weiß um die große Herausforderung, den seit dem Weggang von Ralph Hasenhüttl zu RB Leipzig sportlich ins Taumeln geratenen Club in der Bundesliga zu halten. «Wir sind und bleiben optimistisch. Die Mannschaft wird sich voll dagegen stemmen», sagte Walpurgis, der zuletzt auch beim Zweitligisten Arminia Bielefeld als Trainer im Gespräch war. Trotz der prekären Lage will er auf einen offensiven Spielstil setzen. «Wir wollen aktiv und mutig spielen. Die Jungs dürfen Fehler machen, das gehört dazu», sagte er.

Walpurgis wird der zehnte Cheftrainer des FCI seit der Vereinsgründung im Jahr 2004. Es ist der vierte Trainerwechsel in dieser Bundesliga-Saison. Vor Kauczinski hatten schon Viktor Skripnik bei Werder Bremen, HSV-Coach Bruno Labbadia und Wolfsburgs Dieter Hecking gehen müssen.

Die bisherigen Trainer des FC Ingolstadt:

07/2004 bis 01/2008 Jürgen Press
01/2008 bis 04/2009 Thorsten Fink
04/2009 bis 11/2009 Horst Köppel
11/2009 bis 11/2010 Michael Wiesinger
11/2010 bis 11/2011 Benno Möhlmann
11/2011 bis 05/2013 Tomas Oral
07/2013 bis 09/2013 Marco Kurz
10/2013 bis 06/2016 Ralph Hasenhüttl
07/2016 bis 11/2016 Markus Kauczinski
ab 11/2016 Maik Walpurgis

Fotocredits: Stefan Bösl
(dpa)

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