Leichtathletik

Die Zukunftsbilder der Harting-Brüder

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Berlin – Diskus-Altmeister Robert Harting bastelt noch an seinem Riesen-Puzzle, Bruder Christoph hat das ganz große Bild von seiner Zukunft längst im Kopf.

Am Samstag steigt der Rio-Olympiasieger in Shanghai wieder in den Ring – doch der rotblonde Hüne schmiedet schon Pläne für 2020 in Tokio. Fernziel: das zweite Gold. «Wir haben uns langfristig den Fokus gesetzt: 2019 wollen wir weit werfen, und 2020 wollen wir bei den Spielen in Tokio den gleichen Erfolg holen – also wieder Olympiasieger werden», sagte Christoph Harting der Deutschen Presse-Agentur vor seinem Freiluft-Start in die WM-Saison. Die beiden ungleichen Brüder werden sich wohl auch in diesem Sommer möglichst aus dem Weg gehen.

Das erhoffte Duell ist schon mal geplatzt, denn Robert Harting hatte sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen und musste seinen geplanten Shanghai-Start wieder streichen. Der 32 Jahre alte Berliner steigt nun erst am 5. Juni beim Pfingstsportfest in Rehlingen in seine letzte WM-Saison ein. «Das ist dann drei Wochen später als geplant. Aber das wird schon. Ich freue mich drauf, und wir sind zuversichtlich», sagte der London-Olympiasieger. Zum brisanten Bruderduell wird es wohl frühestens bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften Anfang Juli in Erfurt kommen.

«Bei mir ist das ist im Moment so wie bei einem 5000er Puzzle, das ich jetzt Stück für Stück zusammensetzen muss», schilderte der dreimalige Weltmeister. «Der eigentliche Motivationsschub kommt ja bei einem 5000er Puzzle erst, wenn man so bei 4200 ist. Dann sind es nur noch wenige Sachen, die man erledigen muss. Da bin ich jetzt noch nicht – aber da komme ich auch noch hin», sagte Robert Harting, der gerade aus dem Trainingslager aus Albufeira an der Algarve zurückgekommen ist. Seinen bis dato letzten Wettkampf hat der Diskus-Riese am 3. September 2016 beim Berliner ISTAF bestritten. Sein Bruder hat seinem Sensationssieg am 13. August in Rio keinen Freiluftauftritt mehr gehabt.

Auch Christoph war mit seinem Trainer Torsten Lönnfors im sonnigen Portugal. Die schweißtreibenden Übungen sollen die Basis für eine erfolgreiche WM-Saison sein. «An 14 Tagen hatte ich nur drei Nachmittage frei, auch am 1. Mai wurde zweimal trainiert», erzählte der 27-Jährige, der irgendwann einmal 80 Meter weit werfen will. In den zwei Wochen habe er «an die 400 Würfe» gemacht. «Wir sind voll im Plan von den Trainingsleistungen her», sagte Harting junior. Sein Zwei-Kilo-Diskus ist in Portugal schon so auf «65 plus» geflogen.

Beim zweiten Meeting der lukrativen Diamond-League-Serie ist Christoph Harting am Samstag (Diskus Männer/Frauen 12.50 Uhr MESZ) natürlich Favorit. Er will Punkte sammeln, und als Sieger würde er immerhin 10 000 US-Dollar verdienen. Dennoch hat die diesjährige Diamantenliga der weltbesten Leichtathleten gar keinen so großen Stellenwert für den Olympiasieger. «Im nächsten Jahr ist das ganz anders», erklärt Harting. «Denn wenn du die Diamond League 2018 gewinnst, dann bist du für die WM 2019 automatisch gesetzt.»

Sein Motto für die Saison 2017: «Möglichst viele Wettkämpfe machen, damit die anderen keine Punkte sammeln können.» Damit will der Sensations-Olympiasieger von Rio de Janeiro im Reich der Mitte schon mal anfangen. Übrigens: In Shanghai stehen doch zwei Hartings im Diskusring: Christoph und Roberts Ehefrau Julia.

Fotocredits: Jean-Christophe Bott
(dpa)

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