Radsport

Zabel und Politt müssen sich wohl neues Team suchen

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Colmar – Die Nachricht ereilte Nils Politt und Rick Zabel zum ungünstigsten Zeitpunkt. Mitten im Saison-Höhepunkt zeichnet sich das Ende ihres Radrennstalls Katusha-Alpecin ab.

Nach Informationen der französischen Sportzeitung «L’Equipe» wird die Mannschaft zum Jahresende aus dem Profi-Radsport verschwinden. Teamsprecher Falk Nier wollte das Aus des Rennstalls auf dpa-Anfrage noch nicht bestätigen, ließ aber durchblicken: «Teamchef Jose Azevedo hat dem Personal und den Fahrern mitgeteilt, dass die Zukunft unsicher ist und sich in den nächsten Tagen entscheiden wird. Wer sich nach neuen Möglichkeiten umschauen will, kann dies tun.»

Politt und Zabel, dessen Vater Erik als Performance Manager ebenfalls bei Katusha angestellt ist, besitzen eigentlich noch Verträge bis 2020. «Ich gehe davon aus, dass die Fahrer ihre Manager informieren und Optionen prüfen», ergänzte Nier.

Man müsse aber abwarten, wie es weitergeht, sagte Politt. Sorgen muss sich der 25-Jährige aber kaum machen. Der Kölner gehört in diesem Jahr zu den großen Leistungsträgern und hatte im Frühjahr mit Platz zwei beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix geglänzt.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die beiden Co-Sponsoren Alpecin und Canyon mit einem anderen Team die Zusammenarbeit fortsetzen. Die beiden Firmen waren ohnehin unzufrieden mit dem Katusha-Management. Die Verträge der Geldgeber liefen aus. Der Rennstall fährt aktuell unter Schweizer Lizenz, gehört aber dem russischen Milliardär Igor Makarow. Das Zweitliga-Team Israel Cycling Academy hatte sich offenbar schon als neuer Partner angeboten.

Das Ende wäre der Schlussstrich eines unrühmlichen Kapitels. So richtig angekommen war der 2009 gegründete Rennstall nie, immer wieder war es zu Querelen gekommen. Entsprechend hatte Top-Fahrer in der Vergangenheit schnell das Team verlassen. Ende vergangener Saison war bereits der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin zur niederländischen Mannschaft Jumbo-Visma gegangen. Dort fühlt sich der Routinier sichtlich wohler. Es gebe nicht die Gruppenbildung, wie er sie in anderen Teams erlebt habe.

Im Mai löste Deutschlands Rekord-Etappensieger Marcel Kittel seinen Vertrag bei Katusha auf, weil er sich eine persönliche Auszeit nehmen wolle. Auch Kittel wird bei Jumbo-Visma gehandelt. So tritt die Mannschaft bei der Tour ohne echten Kapitän an und steht nahezu auf verlorenem Posten, wenngleich die Fahrer von einer guten Stimmung im Team berichteten.

Fotocredits: Clara Margais
(dpa)

(dpa)

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