Wintersport

Ski-Rekordjägerin Shiffrin ohne Limit – «Hin und weg»

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Lake Louise – Mikaela Shiffrin wurde mal gefragt, wo denn ihr Limit sei. Das war im Februar 2017, sie hatte gerade WM-Gold im Slalom gewonnen, zum dritten Mal in Serie, Olympiasiegerin war sie damals auch schon.

Die amerikanische Ausnahme-Skirennfahrerin antwortete dann mit gespielt tiefer Stimme: «Es gibt kein Limit.» Viele Bestmarken sind 21 Monate später tatsächlich nicht mehr übrig für Shiffrin. Mit ihrem Sieg im Super-G von Lake Louise am Wochenende trat sie dem elitären Club jener Sportlerinnen bei, die in allen fünf klassischen Disziplinen Weltcup-Erfolge holten. «Ich bin wirklich hin und weg», schrieb Shiffrin danach bei Facebook. Nimmt man den relativ neuen Parallel-Slalom in diese Statistik mit auf, ist sie gar die erste überhaupt, die in sechs Disziplinen erfolgreich war.

Dass den Kommentatoren und Konkurrentinnen beim Thema Shiffrin inzwischen die Superlative ausgehen, verblüfft vor allem im Hinblick darauf, dass der Skistar erst 23 Jahre alt ist. «Da kann noch einiges kommen, da können noch viele Rekorde purzeln», vermutete Viktoria Rebensburg, die beim Shiffrin-Sieg in Kanada Dritte geworden war.

Am Samstag (11.15 Uhr/ARD/Eurosport) steht in St. Moritz der nächste Super-G und damit das nächste Duell Shiffrin gegen Rebensburg an, einen Tag darauf ist Shiffrin Topfavoritin im Parallel-Slalom.

Nach ihrem Karrierestart als Technikerin ist die in Vail/Colorado geborene Sportlerin inzwischen eine der wenigen Allrounderinnen im Weltcup – und die deutlich beste, was die Gesamtweltcup-Erfolge 2017 und 2018 illustrieren. Zugefallen ist ihr das Speed-Talent freilich nicht. «Ich bin zwar jung, aber es war ein Prozess. Ich habe daran schon länger gearbeitet», berichtete die Athletin, die von ihrer Mutter und einem großen Betreuerteam um die Welt begleitet wird.

Shiffrins Trainingsfleiß war schon im Teenageralter legendär, die Coaches mussten sie eher bremsen denn motivieren. Zudem setzt sie sich extrem unter Druck, was vor wichtigen Rennen wie bei Olympia in Pyeongchang immer wieder dazu führte, dass sie sich übergeben musste. Sie versucht inzwischen, mit mentalen Übungen die hohen Erwartungen «zu ignorieren», wie sie der «Süddeutschen Zeitung» jüngst sagte.

In Lake Louise waren ihr Erleichterung und Unglaube anzumerken. «Schon als kleines Mädchen wollte ich in allen Disziplinen gewinnen. Jetzt ist also ein Traum wahrgeworden. Ich habe gedacht, dass ich es in meiner Karriere irgendwann mal schaffen werde, einen Super-G zu gewinnen, aber definitiv nicht, dass es so schnell klappt.»

Wundern musste man sich darüber aber nicht, Shiffrin war bei all den Meilensteinen ihrer Karriere noch sehr jung. Sie debütierte im Alter von 15 Jahren im Weltcup, bereits im achten Rennen fuhr sie auf das Podium. Für den ersten Sieg musste sie nur 24 Wettkämpfe warten, mit 17 Jahren wurde sie Weltmeisterin, mit 18 Jahren Olympiasiegerin.

Der Rekord ihrer Landsfrau Lindsey Vonn, die aktuell bei 82 Siegen im Weltcup steht, scheint für Shiffrin nur eine Frage der Zeit, wenn sie verletzungsfrei bleibt. Zum Vergleich: Für ihre inzwischen schon 46 Erfolge musste Shiffrin nur 23 Jahre und achteinhalb Monate alt werden – in jenem Alter stand Vonn gerade mal bei 13 Siegen.

Fotocredits: Jeff Mcintosh
(dpa)

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