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Kerber: «Es hätte nicht besser laufen können»

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New York – Fragen an Angelique Kerber am Tag nach ihrem Sieg bei den US Open.

Wie war die Nacht? Haben Sie gefeiert?

Angelique Kerber:Nicht so lang, aber es war ein schöner Abend. Wir waren alle schön zusammen essen und sind dann in eine Rooftop Bar mit mega Ausblick auf New York gegangen. Wir haben die letzten Wochen und Stunden Revue passieren lassen und versucht, den Moment zu genießen.

Woran denkt man in so einem Augenblick ganz besonders?

Kerber:Ich habe an so viel gedacht, ganz besonders an die Momente auf der Reise. Es fing eigentlich alles schon in Montreal an, dort habe ich direkt nach Wimbledon das Halbfinale erreicht. Dann ab nach Rio mit meinem Drei-Tage-Flug hin, dann die Silbermedaille, dann Cincinnati im Finale. Diese Reise über acht Wochen war auf jeden Fall die erfolgreichste in meiner Karriere. Mit dem krönenden Abschluss hier, meinem zweiten Grand-Slam-Titel und der Nummer eins. Es hätte nicht besser laufen können.

Wie läuft so ein Abend dann ab? Tauscht Ihr Euch aus oder genießt jeder auch mal still für sich?

Kerber:Geschwiegen haben wir gestern nicht so viel, wir haben unseren Emotionen freien Lauf gelassen. Es war solch eine Anspannung in den vergangenen Wochen auch für mich persönlich mit dem Thema Nummer eins. Jeder hat mich darauf angesprochen. Ich hab versucht, mich zu konzentrieren, weil ich wusste, was ich hier erreichen will. Daher ist die Anspannung gestern extrem von mir abgefallen. Ich habe zwar nicht lange geschlafen, aber das Gefühl nach dem Aufwachen war Erleichterung pur: zu wissen, die Reise ist vorbei, und ich habe geschafft, was ich immer schaffen wollte.

Fühlt es sich nun anders an als nach dem Australian-Open-Sieg?

Kerber:Es ist anders als in Melbourne, ich denke, besser. Ich werde aber noch ein paar Tage brauchen, um alles Revue passieren zu lassen.

Hatten Sie Ihr Handy schon in der Hand und geschaut, wer alles gratuliert hat?

Kerber:Ich traue mich gar nicht, es in die Hand zu nehmen. Alle gratulieren mir, das ist für mich ein mega gutes Gefühl. Ich möchte mir Zeit dafür nehmen und nicht nur fünf Minuten drauf gucken und gar nicht richtig wahrnehmen, wer mir alles schreibt. Ich will alle Nachrichten durchlesen und antworten und damit realisieren, wie viele Menschen zugeschaut haben.

Wissen Sie denn schon, wann der US-Open-Pokal bei Ihnen eintreffen wird?

Kerber:Sie haben mir gesagt, dass der Pokal erst in ein paar Monaten kommt. Ich kann ihn nicht mitnehmen, weil sie ihn für mich neu anfertigen, in Originalgröße mit meinem Namen drauf. Aber er kommt wohl erst im Oktober, November.

Die beiden Kleider, die Sie heute anhatten, haben Sie die hier gekauft oder hatten Sie die schon im Gepäck dabei?

Kerber:Das eine hatte ich dabei. Eins habe ich immer für eine Players Party oder so dabei. Das andere aber habe ich mir hier gekauft vor Turnierbeginn, genau wie in Australien. Damals bin ich alleine durch Melbourne gelaufen und habe gedacht: Wow. Und hier war es genau das Gleiche. Ich bin alleine durch New York gelaufen, habe das Kleid gesehen und gedacht: Das gefällt mir, das passt, das kaufe ich mir.

Aber beim Kauf haben Sie noch nicht daran gedacht, dass Sie das Kleid beim Champions-Foto-Shooting brauchen werden?

Kerber:Ich habe echt kurz überlegt, das ist ja so wie in Australien, vielleicht wiederholt sich die Geschichte. Aber dann habe ich nicht weiter drüber nachgedacht.

Wie schwer war es denn heute, in den High Heels über die Anlage zu laufen?

Kerber:Nicht so einfach, aber das kriege ich noch hin. Ich habe das auch jetzt gelernt. Früher konnte ich da überhaupt nicht drauf laufen, aber mittlerweile genieße ich es auch ein bisschen, mal solche Schuhe anzuziehen.

Jetzt hat sich Ihr Trainer Torben Beltz ja doch rasiert. Sollte er sich nicht als Wetteinsatz einen Schnauzbart stehen lassen?

Kerber:Das war schon so abgemacht. Er soll ja jetzt noch ein bisschen besser aussehen in diesen Tagen. Ich wollte nicht mit ihm durch New York gehen und er trägt einen Schnauzbart. Aber jetzt wird er sich bis nach Asien über der Oberlippe nicht rasieren.

Fotocredits: Cj Gunther
(dpa)

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