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Kaum Siegchancen für deutsches Team bei Rad-WM

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Bergen – Nur mit Außenseiterchancen geht die deutsche Mannschaft in das Straßenrennen der Männer bei den Rad-Weltmeisterschaften im norwegischen Bergen.

Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von John Degenkolb, der sich wegen einer vermeintlichen Bronchitis gar zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus begeben hat, gibt es im Team des Bundes Deutscher Radfahrer keinen festen Kapitän für das Rennen über 267,5 Kilometer. Großer Favorit auf den Sieg ist der slowakische Superstar Peter Sagan, dem nach seinen Triumphen in 2015 und 2016 der Hattrick winkt. Dies ist in der WM-Historie noch keinem Fahrer gelungen.

STRECKE: Gestartet wird das Rennen in Rong auf den vorgelagerten Inseln. Nach einer gut 28 Kilometer langen Fahrt durch die sehenswerte Küstenregion erreicht das Peloton über die riesige Sotra-Brücke das Festland. In Bergen geht es auf einen 19,1 Kilometer langen Rundkurs, der elfmal zu bewältigen ist. Größte Schwierigkeit ist der 1,5 Kilometer lange Salmon Hill mit durchschnittlich 6,4 Prozent Steigung.

DEUTSCHE: Mit neun Fahrern kann das deutsche Team das volle Kontingent ins Rennen schicken, einen festen Kapitän gibt es nach der krankheitsbedingten Absage von John Degenkolb aber nicht. Ziel ist es, in der entscheidenden Gruppe dabei zu sein. Bundestrainer Andreas Klier setzt dabei auf Routine. «Ich bin sehr froh, dass es der BDR mir erlaubt hat, einen relativ alten und erfahrenen Kader aufzustellen», sagt Klier. Und in Nikias Arndt sei ein junger Fahrer dabei, der «auch ein bisschen schnell ist». Eine gute Rolle könnte womöglich auch der entthronte Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin spielen. Der erste deutsche Weltmeister seit Rudi Altig 1966 dürfte aber weiter auf sich warten lassen.

FAVORITEN: Der große Favorit ist der Sieger der letzten beiden Weltmeisterschaften. Der Slowake Peter Sagan könnte mit einem weiteren Erfolg für einen historischen Hattrick sorgen. Drei Siege in Serie sind nicht einmal dem legendären Eddy Merckx gelungen. Sagan hat aber zuletzt über Halsschmerzen geklagt. Hoffnungen auf einen Triumph dürfen sich auch die Belgier mit ihren Klassikerstars Greg van Avermaet und Philippe Gilbert sowie die Australier mit Tour-Punktekönig Michael Matthews machen. Die Gastgeber setzen auf den früheren Flandern- und Sanremo-Sieger Alexander Kristoff sowie Edvald Boasson Hagen.

WETTER: Bergen gilt als regenreichste Stadt in Europa. Feuchtes Wetter würde das Rennen mit den Kurven weiter erschweren. Im Gegensatz zum Einzelzeitfahren am vergangenen Mittwoch soll die Strecke trocken bleiben.

Fotocredits: Jon Olav Nesvold
(dpa)

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